DLH in der Literatur

Obwohl die DLH in der Öffentlichkeit fast in Vergessenheit geriet, wird sie mit schöner Regelmäßigkeit in der Fachliteratur erwähnt.


Prof. Dr. Fehringer, O: Unsere Katze (1942)

„… Deutsch Langhaar: Im Gegensatz zu den Persern neigen die Katzen dieser Rasse mehr zur Schlankform hin. Der Name verrät, dass gerade diese Form in erster Linie als Ergebnis deutscher Züchtung anzusehen ist. Der Kopf hat eine abgeschrägte Stirn, die allmählich in den gestreckten geraden oder leicht gebogenen Nasenrücken übergeht, also niemals den starken Stirnabsatz wie bei den Persern aufweist. Auch der Schwanz ist länger und buschiger als bei diesen. Sie erscheinen weniger gedrungen und wendiger. Die weichen Haare erreichen die Länge der Perser niemals. Diese beiden Angoraformen (Perser und Deutsch Langhaar wurden als Angora zusammengefasst, Anm. Verfasser)) zeigen die gesamte bunte Farbenskala der einheimischen Kurzhaarrassen von der wildfarbenen Tigerung über alle einheitlichen Tönungen bis zu den Schecken. Es dürfte demnach anzunehmen sein, dass die Färbung des schönen Haarkleides hauptsächlich durch wiederholte Einkreuzung von einheimischen Kurzhaarschlägen entstand. Besonders häufig ist bei Angorakatzen eine zarte Cremefarbe, die in dieser Schattierung bei Kurzhaar kaum anzutreffen ist. Seltenheitswert besitzen die Silbergrauen. Entsprechend der Fellfärbung sind auch die Augen wie bei den einheimischen Kurzhaarrassen ...“


Vogel, A und Pritsche, W:  Unser Katzenbuch (1957)

"…Sie sind durch einen schlankeren Körperbau, einen etwas längeren Schwanz und kürzeres Haar gekennzeichnet (im Gegensatz zum  zuvor beschriebenen Perser, Anm. Verfasser). Die Stirn fließt in den Nasenrücken über. Bei beiden Rassen kommen Farben und Zeichnungen vor, die wir bei unseren einheimischen Kurzhaarrassen finden. Besonders häufig ist bei Angorakatzen außerdem eine zarte Creme-Färbung (Verdünnung) … “.


Prof. Dr. Petzsch, H: Die Katzen (1968)

"...Neben der Perserkatze, die besonders in Großbritannien schon seit langem in zahlreichen voneinander streng abgesonderten Farbspielrassen mit jeweils viele Generationen umfassenden Stammbäumen reinerbig gezüchtet wird, standardisierte Schwangart noch eine zweite Langhaar-Hauskatzenrasse. Er nannte sie Deutsch Langhaar. Doch sie und sein entsprechender Standard fand leider nicht die erhoffte allgemeine internationale Anerkennung. 1954 schrieb er darüber vergleichend in seinen Standards: „Gemeinsames Bild für Rasse 1) Perser und 2) Deutsch Langhaar: Gedrungener Körperbau, kurze stämmige Beine, breiter Kopf mit relativ kurzem, breit endigendem Schnauzenteil. Kleine Ohren. Ziemlich kurzer, schön getragener Schweif (Pleureuse), ausgesprochenes, schmiegsames Langhaar (aber Altersdifferenzen, Jahreszeit, eventuelle Trächtigkeit berücksichtigen!). (…) Rückenscheitel, Krause, behoste Hinterschenkel.

Rasse 1) Perser:
Dicker Rundkopf, Stirn vorgetrieben, schroff zum breiten, kurzen Nasenrücken abstürzend, mit dessen Ansatz einen Sattel bildend. Behaarung gern etwas wollig. Auf Größe und Kraft züchten.

Rasse 2) Deutsch Langhaar:
Stirn abgeschrägt, nicht vorgetrieben, in flachem Bogen zum Nasenrücken überfließend oder mit ganz leichter Stufung. Nasenrücken ohne Sattel. Breiter nicht zugespitzter Schnauzenteil (wie Perser). Die Figur darf etwas weniger gedrungen sein als beim Perser, der Schweif wenig länger.
Deutsch Langhaar läßt sich reinzüchten. Es müssen die Zwischenstufen zum Perser obiger Form, die in manchen Farbschlägen häufig sind, ausgeschaltet werden. - Die Rasse wurde zuerst durch mich in Deutschland unterschieden, der Name entspricht einem in der Hundezüchtung. Sie ist keineswegs auf Deutschland beschränkt. Sie steht der Stammform näher als der Perser. Ihre Züchtung lohnt wegen ihrer Schönheit; und sie wirkt der Degeneration des Langhaars entgegen. Die verbreitete Behauptung, es handle sich um „Spitzköpfe“, die bei allen Langhaar fehlerhaft sind, beruht auf unlauterer Propaganda!..."


Wink, U und Ketsch, F: Alles über Katzen (1973)

" … Es entsprang zweifelsohne einem fundierten Wissen um die Gefahr, die die körperbauliche Abwandlung vom normalen Katzentyp bei der Züchtung nach festgelegten Standards für Leben und Gesundheit unserer Katzen mit sich bringt, dass der bekannte Katzenforscher F. Schwangart vor langer Zeit bereits für diese Rasse eintrat. Er wollte den in England seit langer Zeit hochgezüchteten Perserkatzen mit ihren verkürzten Köpfen und Beinen eine Langhaarkatze gegenüberstellen, die im Grunde nichts anderes war als eine standardisierte »Angorakatze« (gemeint ist hier eine Langhaarkatze mit natürlichem Aussehen, Anm. Verfasser). Er hatte also eigentlich schon vor langer Zeit das gewollt, was heute eben wieder in Amerika modern wird, ist aber damals nicht damit durchgedrungen. So hat die Perserkatze Englands bald die schönen alten deutschen Langhaarkatzen verdrängt. Schwangarts Standardvorstellung lautete:»Stirn abgeschrägt, nicht vorgetrieben, in flachem Bogen zum Nasenrücken überfließend oder mit ganz leichter Stufung. Nasenrücken ohne Sattel. Breiter nicht zugespitzter Schnauzenteil (wie Perser). Die Figur darf etwas weniger gedrungen sein als beim Perser, der Schweif wenig länger. « Weiter sagte er: »Die Rasse wurde zuerst durch mich in Deutschland unterschieden, der Name entspricht einem in der Hundezüchtung. Sie ist keineswegs auf Deutschland beschränkt. Sie steht der Stammform näher als der Perser. Ihre Züchtung lohnt wegen ihrer Schönheit; und sie wirkt der Degeneration des Langhaars entgegen. « Es ist gut, wenn der Katzenfreund diese Worte eines großen deutschen Katzenkenners in Erinnerung behält …“


Müller-Girard , C: BI-Lexikon der Rassekatzen (1988)

"...Deutsch Langhaar: eine von Schwangart 1929 publizierte Rassebezeichnung, die eine langhaarige Katzenrasse konzipiert, deren Körperbautyp nicht durch Selektion verändert werden sollte. Der Text des Standards beschreibt die D.L. wie folgt: Stirn abgeschrägt, nicht vorgetrieben noch emporgewölbt in den Nasenrücken überfließend oder in ganz kleiner Stufung in ihn übergehend (vgl. Stop, Schädel). Nasenrücken gestreckt; gerade oder leicht hakig. Die Figur darf etwas weniger gedrungen, die Bewegungsweise etwas flüssiger sein als bei den Persern, der Schweif etwas länger. Schwangart stellte die D.L. bewußt neben die Perser und schlug vor "in beiden Rassen... gelten die gleichen Färbungs- und Zeichnungsgruppen." Die Schwangartschen Vorstellungen stießen seinerzeit kaum auf Resonanz..."


Thies, D: Rassekatzen züchten (2005)

"...Kommentar: Die erste Beschreibung dieser Rasse gab Prof. Dr. Schwangart (1874-1958) bereits in seiner Arbeit "Stammmesgeschichte und Zuchtsystem der Hauskatzen" (Leipzig, 1929). Auf der Berliner Ausstellung des "Bundes für Katzenzucht und Katzenschutz" (gegründet 1926) wurde sie im Jahre 1930 erstmals vorgestellt. Prof. Dr. Schwangart hoffte, er könne mit der Deutsch Langhaar, der besonders in Großbritannien seit Jahrzehnten gezüchteten Perserkatze eine weitere, länger behaarte, jedoch pflegeleichte Katze an die Seite stellen. Als kraftvolle, bodenständige "Rattierkatze" sollte sie zudem eine Sonderstellung unter den Hauskatzenrassen einnehmen. Leider fand sie keine allgemeine internationale Anerkennung. Der 2. Weltkrieg unterbrach das Zuchtvorhaben. Doch auf der damaligen Basis, wird seit 1968 die Zucht dieser besonders freundlichen, menschenbezogenen Rasse von R. Aschemeier, vor allem mit Tabbyzeichnung sowie in Rot und Schwarz, fortgesetzt..."

 

Sogar auf der englischsprachigen Website von Sarah Hartwell findet man in einem Artikel über "Longhaired Cats" eine ausführliche Beschreibung der "German Longhair".