Die DLH-Zucht heute

 

Die Deutsch Langhaarkatzen von Familie Aschemeier

Leider gibt es nur noch ganz wenige Deutsch Langhaarkatzen, die vermutlich in direkter Linie von den Deutsch Langhaarkatzen zu Schwangarts Zeiten abstammen. Die letzte Züchterin war bis 2005 Frau Renate Aschemeier. Sie hatte ihre ersten Zuchtkatzen von einer Züchterin 1968 erhalten. Da es in dieser Zeit keinen Verein gab, der die DLH anerkannte - die Angorakatzen waren kurz zuvor vom damals einzigen Katzenzuchtverein Deutschlands DEKZV (Fife) in Perser umbenannt worde, ohne die DLH dabei zu berücksichtigen - führte sie ihr Projekt "Deutsch Langhaarkatze" im Alleingang durch.

Über alle ihre Katzen und Verpaarungen führte sie sorgfältig Buch, wobei ihr ihre Erfahrungen aus der Hundezucht zugute kamen. Als sie aus Altersgründen ihre Zucht aufgab, überließ sie den neuen DLH-Züchtern mehrere ihrer noch potenten Deutsch Langhaarkatzen, damit diese ihre Zuchtbemühungen weiterführen konnten. Leider erwiesen sich die meisten der Katzen als nicht mehr fortpflanzungsfähig.

Nur der potente Kater Bär und eine kastrierte Katze aus ihrem letzten Wurf, die Pointkatze Eibe, blieben bei Frau Aschemeier. Deshalb war es umso erfreulicher, als 2011 der erste Wurf von Bär (Bild links) in der DLH-Zucht von Frau Westmeier-Heinrich "von Germangora" geboren wurde. Es folgten zwei weitere Würfe mit anderen Katzen (V-Wurf und B2-Wurf). Bärs Nachkommen sind eine der Grundlagen der DLH-Zucht. Da Bär und seine Vorfahren nicht bei einem Zuchtverein registriert worden waren, wurde er als Gründertier (F0) beim Deutsche Edelkatze e.V. im Experimentalzuchtbuch für DLH registriert.

Um eine gesunde, genetisch vielfältige Zuchtbasis zu erhalten, braucht man selbstverständlich weitere Katzen, die das wertvolle Erbe von Bär sinnvoll weitertragen können. Dafür werden zum einen Katzen als Gründertiere (F0) eingesetzt, die äußerlich den Deutsch Langhaarkatzen vor 80 Jahren möglichst nahe kommen, oder Katzen mit Merkmalen, die für die Deutsch Langhaar-Zucht wichtig sind.

Zum anderen werden nah verwandte Rassen wie Perser vom traditionellen Typ, Britisch Langhaarkatzen oder Europäisch Kurzhaar (bevorzugt Langhaar oder Träger) als Outcrosstiere eingekreuzt.
 

Was sind Foundation- oder Gründertiere, F0, F1, ...?


 
  •  "Foundations" oder Gründertiere nennt man die Tiere, die zur Gründung einer Rasse oder Zuchtlinie herangezogen werden, jedoch keinen Abstammungsnachweis haben. Sie sind die Ahnen einer Rasse, von denen im Laufe der Zeit alle weiteren Tiere abstammen. Damit sie im Experimentalzuchtbuch für DLH bei einem Verein registriert werden und in der Zucht eingesetzt werden können, müssen sie als Novizen ab einem Alter von 10 Monaten von mehreren Richtern begutachtet und als vorzüglich in Bezug auf den Rassestandard der DLH beurteilt werden. Zur Kennzeichnung, dass die Katze ins Experimetalzuchtbuch der Rasse eingetragen ist, wird der Zuchtbuchnummer ein RIEX angefügt. Bei der DLH sind dies in der Regel langhaarige Hauskatzen oder Langhaarträger, die dem Standard der DLH bereits sehr nahe kommen.
  • Die Nachkommen der ersten Folgegeneration eines Gründertieres (F0) werden unabhängig vom Eintragungstatus des anderen Elternteiles ebenfalls ins Experimentalzuchtbuch eingetragen. Diese Folgegeneration wird als F1-Generation bezeichnet. Die Eltern sind also bekannt und beide registriert.
  • Bei F2-Tieren sind die Eltern und Großeltern bekannt und registriert usw. Wird wieder ein Gründertier eingekreuzt, fängt man erneut mit F0 an zu zählen.
  • Erst nach 4 Generationen vollständig registrierter Ahnen werden die Nachkommen ins reguläre Zuchtbuch für DLH des Vereins übernommen und das RIEX wird weggelassen.
     

Woran erkennt man eine gute Foundation-Katze?

Geeignet für unsere Zucht sind alle gesunden Katzen, die das gewünschte Erscheinungsbild und die Wesensmerkmale der Deutsch Langhaar zeigen, also dem Standard schon weitgehend entsprechen. Dies wird durch die Begutachtung von Katzen durch entsprechend ausgebildetete Allbreed-Richter festgestellt. Der genaue Ablauf des Verfahrens unterscheidet sich von Verein zu Verein etwas.
Neben einem unkomplizierten, sozialverträglich, menschenorientierten, sicherem und instinktsicheren Wesen müssen sie eine ausgezeichnete Gesundheit mitbringen und frei von erblichen Krankheiten sein.

Da bei Gründertieren meist wenig über die Ahnen und die weitere Verwandtschaft bekannt ist, sind bei diesen Katzen und ihren Nachkommen sorgfältige Zuchtuntersuchungen besonders wichtig. Neben umfangreichen Gentests legen die DLH-Züchter großen Wert darauf, dass die Katzen durch Ultraschall-Untersuchungen auf Herz und Nieren geprüft werden. Strukturelle Probleme (z.B. Gebissfehler, Knickschwanz usw.) werden durch den Tierarzt oder erfahrene Richter auf Ausstellungen ausgeschlossen.
 

Was sind denn nun Outcrosstiere?

Als Outcross werden Verpaarungen mit anderen Rassen bezeichnet. Die IG DLH hat sich dabei auf die Rassen Perser (klassischer Typ, "Nasenperser"), Britisch Langhaar und Europäisch Kurzhaar (möglichst Langhaar-Träger) beschränkt. Ziel solcher Fremdverpaarungen ist es, bestimmte Merkmale in die Rasse einzubringen oder auch um die genetische Vielfalt zu erhöhen, ohne gleichzeitig über Generationen hinweg viele unerwünschte Merkmal wieder auszüchten zu müssen. Basiert eine Rasse auf zu wenigen nicht verwandten Tieren steigt die Inzucht im Lauf der Generationen sehr schnell zu stark an, was bei der DLH natürlich nicht erwünscht ist.

Auch Outcross-Verpaarungen werden für 4 Generationen in den Experimentalzuchtbüchern für DLH registriert und erhalten in den Ahnentafeln die Kennzeichnung RIEX. Anders als bei der Einkreuzung von F0-Tieren sind jedoch die Ahnen der Outcrosstiere eingetragen, da sie bereits bei den Vereinen registriert sind.

Derzeit sind die Zuchtbücher noch offen, so dass in Zukunft noch weitere Gründertiere und Nachkommen von Outcross-Verpaarungen hinzukommen werden.
 



Die DLH ist in folgenden Vereinen bzw. Verbänden anerkannt und kann dort gezüchtet und ausgestellt werden:

Besonders hervorzustellen ist hier der Verein "Freunde edler Samtpfoten e.V.", der als erster in seiner Zuchtordnung speziell auf die DLH eingeht.

Die Mehrzahl der nicht hier genannten deutschen freien Vereine erkennen die DLH ebenfalls an.